Ein grobes Konzept für ein Konzert mit ca. 2000 Gästen +++ NEU +++

Dieses Beispiel dient nur zur Veranschaulichung und erhebt keinen Anspruch auf Verwertung.  

1.1 Format: Indoor-Konzert in einer Eventlocation, ca. 2.000 Gäste (stehend im Innenraum), mit Support-Act und Headliner.
1.2 Ziel: Hochwertiges Live-Erlebnis, sichere Besucherführung, professioneller Produktionsstandard (Audio/Licht/Video), reibungslose Logistik.
1.3 Rahmen: Einlass über Foyer, Garderobe vorhanden/aufbaubar, getrennte Backstage-Zone, Laderampe oder ebenerdige Anlieferung.
1.4 Lautstärke & Zeiten: Lärmschutz- und Betriebszeiten der Location werden eingehalten (Peak-Lautstärke & Curfew).

 

1. Event-Idee & Dramaturgie

1.1 Leitidee (Beispiel)
„Urban Live Night“: moderne Konzertnacht mit Support, Headliner, stimmigem Lichtdesign, IMAG (Live-Kameras) und starken Visuals.

1.2 Programmablauf (Beispiel)

  1. Einlass + Warm-up Playlist/DJ (optional)
  2. Support-Act (30–40 Min.)
  3. Umbau (20–30 Min.)
  4. Headliner (80–100 Min.)
  5. Auslass, Merch, After-Playlists, geordneter Abstrom

1.3 Zielgruppen-Erlebnis

  1. Schnell rein (Ticketing, Schleusen, klare Wege)
  2. Guter Sound & Sicht (PA-Design, Delay-Lines, IMAG)
  3. Kurze Wege (Bars, WC, Wasserstellen, Merch)
  4. Sicherheit & Komfort (Crowd-Management, Medical, Barrierefreiheit)

2. Location-Layout & Flächenplanung (Praxis-Blueprint)

Da du keine konkrete Location genannt hast, ist das ein bewährtes Muster für ca. 2.000 Gäste indoor.

2.1 Zonen

  1. Publikumsfläche (stehend): Hauptfloor vor Bühne + seitliche Flächen
  2. FOH (Front of House): Audio + Licht + Video-Regie zentral (Sichtlinie!)
  3. Stage/Backstage: Bühne, Seitengassen, Techniklager, Artist-Catering
  4. Foyer: Einlass, Ticketing, Bändchen, Garderobe, Info, Awareness
  5. Merch: ideal im Abstrom (nach dem Konzert) + kleiner Stand im Foyer
  6. Bars/F&B: mind. 2–4 Ausgabestellen plus Wasserstationen
  7. Sanitär: klare Ausschilderung, zusätzliche mobile Optionen bei Bedarf
  8. Barrierefreie Bereiche: Plattform/Podest, barrierefreie WCs, Wege

2.2 Richtwerte Kapazität

  • Stehplatz: 2.000 Gäste (mit ausreichenden Fluchtwegen)
  • Bestuhlt (wenn gewünscht): je nach Saalform oft 1.100–1.500 (reine Bestuhlung), Mischformen möglich

2.3 Bühne (Beispiel)

  • Bühne: 12–14 m breit8–10 m tief1,2–1,6 m hoch
  • Seitengassen: je 2–3 m (für Stagehands, Case-Weg, Kabelwege)
  • Backdrop/LED: je nach Design

2.4 FOH & Sicht

  • FOH nicht zu weit hinten, ideal 25–35 m von Bühnenkante (abhängig von Raumtiefe)
  • FOH-Fläche: ca. 6 m x 4 m (Audio/Licht) + Video ggf. extra

2.5 Besucherströme

  1. Getrennte Einlass- und Auslasslogik (wenn möglich)
  2. Absperrungen/Leitsysteme im Foyer
  3. Crash-Barriers vor der Bühne (Wellenbrecher) + seitliche Escape-Lanes
  4. Klare Wege zu WC/Bars ohne „Gegenverkehr“ durch die dichteste Crowd

3. Technisches Gesamtkonzept (Audio, Licht, Video, Bühne, IT)

3.1 Audio-Konzept (für 2.000 indoor)

Ziele

  • Gleichmäßige Abdeckung (SPL & Tonalität)
  • Sprachverständlichkeit für Ansagen
  • Druckvoller, kontrollierter Bass ohne Dröhnen

Systemdesign (typisch)

  1. Haupt-PA (Line-Array) links/rechts (z. B. 10–14 Elemente pro Seite je nach Raum)
  2. Subwoofer (Cardioid-Setup empfohlen zur Reduzierung auf der Bühne / im Backstage)
  3. Frontfills für die erste Reihe/Frontbereich
  4. Delays bei tiefer Halle (>35–40 m)
  5. Outfills bei breiter Halle (seitliche Abdeckung)

FOH-Audio

  • Digitalpult (z. B. 48ch), Stagebox, Multicore (digital)
  • Systemcontroller/Processing, Measurement (Einmessung)

Monitor/Stage

  1. In-Ear Monitoring (IEM) oder Wedges (je nach Rider)
  2. Sidefills/Drumfill falls benötigt
  3. Talkback-Systeme

Mikrofonierung (typischer Rock/Pop-Standard)

  • Vocals: 2–4 Funkstrecken + Spare
  • Drums: Kick In/Out, Snare Top/Bottom, Toms, OH, HH
  • Gitarren/Bass: Amp-Mics + DI
  • Keys/Playback: DI + redundant
  • Moderation/Ansagen: separates Funkmikro

Redundanz

  1. Spare Funkstrecken + Ersatzkapseln/Batterien
  2. Zweiter Zuspielweg (Laptop A/B oder Player)
  3. Notfall-Ansageweg (Sicherheitsdurchsagen)

3.2 Licht-Konzept

Ziele

  • Dramaturgie passend zur Musik
  • Sichtbarkeit & Atmosphäre
  • Akzente für Video/IMAG (kameratauglich: Flimmerfreiheit beachten)

Licht-Setup (Beispiel)

  1. Frontlicht: LED-Profile oder Fresnel (Gesichtsausleuchtung)
  2. Moving Heads Spot/Wash: Bühne + Publikum
  3. Beam-Looks für Peaks/Drops
  4. Strobes (mit Sicherheits- und Gesundheitsvorgaben)
  5. Blinder für Publikumspeaks
  6. LED-Bars/Pixel für moderne Looks
  7. Hazer (mit Freigabe der Location/Brandmeldeanlage!)

Steuerung

  • Lichtkonsole (Timecode optional)
  • DMX/Art-Net Netzwerk, saubere Patch-Dokumentation

Sicherheitsaspekte

  • Stroboskop-Hinweise, Begrenzung von Frequenzen, Ausweisung im Vorfeld
  • Haze in Abstimmung mit Brandschutz (ggf. Abschaltung/Überbrückung einzelner Melder nur mit Genehmigung)

3.3 Video/IMAG/Content

Ziele

  • Sichtverbesserung für Gäste weiter hinten
  • Branding, Intros, Pausenvisuals
  • Optional: Livestream oder Mitschnitt (Rechte klären)

Option A: LED-Wall

  1. LED-Wall mittig (z. B. 6–8 m breit, 3–4,5 m hoch)
  2. Optional Side-Screens links/rechts
  3. Medienserver/Playback (Intro, Stings, Pausenloop)
  4. Zuspielung: Kamera-IMAG + Content

Option B: Projektion

  • Leistungsstarke Laserprojektoren, Leinwand/Backdrop (abhängig von Helligkeit & Raum)

Kameratechnik (typisch)

  1. 2–4 Kameras (statisch + FOH + ggf. Bühne/Gimbal)
  2. Bildmischer + Regieplatz
  3. Recording (ProRes/H.264) nach Absprache

Signalwege

  • SDI/NDI je nach Infrastruktur, redundante Hauptstrecken sinnvoll

3.4 Bühne, Rigging & Strom

Bühnenbau

  • PODeste modular, rutschhemmender Belag, Treppen mit Handlauf
  • Backdrop-Rahmen oder Groundsupport (wenn Hallenrigging begrenzt ist)

Rigging

  1. Lastenplan, Punktlasten, Gesamtlast
  2. Rigger (zertifiziert), Dokumentation, Abnahmen
  3. Motoren/Traversen, Safety-Ketten, Sekundärsicherungen

Stromversorgung (Richtwerte)

  1. Licht: 63A–125A 3-phasig (abhängig vom Setup)
  2. Audio: separate, saubere Zuleitung (Brumm/Noise vermeiden)
  3. Video: eigene Absicherung (Spitzenlasten)
  4. Backline/Stage: getrennte Kreise
  5. USV für Regie/Netzwerk (empfohlen)

Kabelmanagement

  • Kabelbrücken in Publikumswegen, saubere Trassen, Stolperfreiheit

4. Konferenztechnik / Virtuelle Komponenten (optional)

Auch bei Konzerten sinnvoll, wenn Sponsoren/Partner oder Hybrid-Anteile geplant sind:

  1. Presse-/VIP-Ansprache vorab mit drahtlosem Headset
  2. Streaming (Pay-per-view oder Sponsor-Stream)
  3. Remote-Interviews Backstage (kleines Setup mit Licht/Audio)

5. Sicherheit & Genehmigungen (Deutschland-typisch)

5.1 Relevante Themen

  1. Versammlungsstättenrecht (Kapazität, Fluchtwege, Brandschutz)
  2. Sicherheitskonzept (Crowd, Einlass, Notfälle)
  3. Sanitätsdienst (Dimensionierung nach Risikoprofil)
  4. Brandsicherheitswache (je nach Vorgabe)
  5. GEMA (Musiknutzung, falls nicht über Location/Veranstalter geregelt)
  6. Jugendschutz (Alterskontrollen, Bändchen, Ausschankregeln)
  7. Lärmschutz (Innen/außen, Anwohner, Curfew)

5.2 Sicherheitsorganisation (Rollen)

  1. Veranstaltungsleitung (Gesamtverantwortung)
  2. Sicherheitsleitung (Security)
  3. Produktionsleitung (Technik/Personal/Timeplan)
  4. Verantwortliche Elektrofachkraft (bei komplexem Aufbau)
  5. Brandschutzbeauftragte/Brandsicherheitswache (falls gefordert)
  6. Sanitätsleitung

5.3 Crowd-Management (2.000 Gäste)

  • Wellenbrecher vor Bühne, seitliche Rettungsgassen
  • Pit-Crew (Front-of-Stage-Security) zur Entnahme/Ersthilfe
  • Klare Kommunikationskette (Funk, Codewörter, Eskalationsstufen)
  • Deeskalation, Awareness, klare Hausordnung

5.4 Richtwerte Personal (grobe Orientierung)

Exakte Zahlen hängen von Location, Layout, Alkohol, Genre, VIP, Einlasssituation ab.

  1. Security Einlass/Foyer: 10–16
  2. Pit/Front-of-Stage: 8–14
  3. Streife/Saal: 8–12
  4. Backstage-Security: 2–4
  5. Kassen-/Ticketing: 6–10
  6. Sanitätsdienst: 6–10 (plus RTW je nach Vorgabe)
  7. Brandsicherheitswache: nach Auflage

6. Barrierefreiheit & Inklusion

6.1 Baulich/Organisatorisch

  1. Barrierefreie Wege vom Einlass zur Publikumszone
  2. Rollstuhlplätze mit guter Sicht (Podest) + Begleitplätze
  3. Barrierefreies WC ausgeschildert & frei zugänglich
  4. Priorisierter Einlass (z. B. separater Zugang)

6.2 Kommunikation

  1. Hinweise zu Strobe/Haze, Lautstärke, Gehörschutz
  2. Info-Punkt im Foyer
  3. Awareness-Struktur (Ansprechpersonen, Rückzugsbereich wenn möglich)

7. Gästeservice: Einlass, Garderobe, Catering, Merch

7.1 Einlass & Ticketing

  1. Zeitfenster: Einlassbeginn mind. 60–90 Minuten vor Support
  2. 4–8 Scanner-Lanes (je nach Ticketmix)
  3. Bändchen-System (U18, VIP, Backstage, Crew)
  4. Taschenkontrollen nach Hausordnung

7.2 Garderobe

  • Für 2.000 Gäste ist eine leistungsfähige Garderobe wichtig (Wartezeiten minimieren).
  • Richtwert: 1 Garderobenstation pro 300–500 Gäste, plus genug Personal.

7.3 Catering (Publikum)

Ziele

  • Schnelle Ausgabe, kurze Schlangen, gute Marge, ausreichend Wasser

Empfehlungen

  1. 2–4 Bars + 1–2 mobile Verkäufer (je nach Layout)
  2. Kostenlose Wasserstellen oder günstiges Wasser (Crowd-Sicherheit)
  3. Cashless (optional) oder Mixed Payment
  4. Veggie/Vegan Optionen sichtbar ausweisen

7.4 Artist- & Crew-Catering

  1. Backstage-Warmbuffet oder hochwertiges Fingerfood
  2. Rider-Management (Allergien, Zeiten, Hospitality)
  3. Wasser, Kaffee, Softdrinks, Snacks permanent
  4. Runner-Service (Nachschub, Besorgungen)

7.5 Merchandising

  1. 1–2 große Merch-Punkte im Abstrom + ggf. kleiner Stand im Foyer
  2. Strom, Licht, Kassen, Diebstahlschutz
  3. Schlangenführung mit Gittern/Absperrbändern
  4. Kartenzahlung dringend empfohlen

8. Personal- & Rollenplan (Produktion)

8.1 Kernteam

  1. Veranstaltungsleitung
  2. Produktionsleitung
  3. Stage Manager
  4. FOH Engineer
  5. Monitor Engineer
  6. System Technician (PA)
  7. Lichtdesigner/Operator
  8. Video Director/Operator (bei IMAG)
  9. Rigger Lead + Rigger
  10. Stagehands (Load-in/Changeover)
  11. Backline Techs (je nach Band)
  12. Runner
  13. Hospitality Manager
  14. Security Lead
  15. Sanitätsdienst

8.2 Kommunikation

  • Funkgeräte für: Produktion, Security, Medical, Location-Management
  • Funkdisziplin + Notfallkanal + Ersatzakkus

9. Zeitplan (vom Projektstart bis Showday)

9.1 Vorlauf (empfohlen)

  1. 12–16 Wochen: Booking, Budget, Location-Contract, Grundlayout
  2. 8–10 Wochen: Technikplanung, Sicherheitskonzept, Dienstleister fixieren
  3. 6–8 Wochen: Marketingkampagne, Ticketing live, GEMA klären
  4. 3–4 Wochen: Detail-Advance mit Artist-Team, Inputlisten, Stageplot, Hospitality
  5. 1–2 Wochen: finale Produktionsbesprechung, Ablaufpläne, Personaldispo
  6. 1 Woche: Drucksachen/Signage, Funkkonzept, Notfall-Check

9.2 Showday Ablauf (Beispiel)

  1. 08:00 Load-in, Rigging start
  2. 10:00 Bühne/PA/Grundlicht, Stromverteilung
  3. 13:00 Video/LED, FOH fertig, Line-Check Technik
  4. 15:00 Soundcheck Support/Headliner (nach Verfügbarkeit)
  5. 17:00 Security Briefing, Doors-Ready Check
  6. 18:00 Doors
  7. 19:30 Support
  8. 20:15 Changeover
  9. 20:45 Headliner
  10. 22:30 Show-Ende
  11. 22:30–00:30 Abstrom + Abbau Start
  12. Nacht/ Folgetag: Full Load-out (je nach Regelung)

10. Risikoanalyse & Notfallkonzept (Kernpunkte)

10.1 Hauptrisiken

  1. Crowd-Druck vorne / Kreislaufprobleme
  2. Überfüllung an Engstellen (Bars, WC, Garderobe)
  3. Technikausfall (Audio/Video/Strom)
  4. Brandmeldeauslösung (Haze/pyro)
  5. Aggression/Alkohol
  6. Medizinische Notfälle
  7. Evakuierung / Räumung

10.2 Maßnahmen

  1. Wellenbrecher + Rettungsgassen + Pit-Crew
  2. Wasserverfügbarkeit, klare Durchsagen, Awareness
  3. Redundanz bei Zuspielern/Netzwerk, definierte Fallbacks
  4. Brandschutzabstimmung, Haze-Policy, Feuerlöscher, Brandsicherheitswache
  5. Security deeskalierend + klare Hausordnung
  6. Sanitäter sichtbar & schnell erreichbar
  7. Evakuierungsdurchsagen vorbereitet, Rollen klar, Sammelpunkte bekannt

11. Nachhaltigkeit & Nachbarschaft

11.1 Nachhaltigkeit

  1. Mehrwegbecher, Mülltrennung sichtbar
  2. LED-Technik, effiziente Stromplanung
  3. ÖPNV-Kommunikation, Fahrradstellplätze, Shuttle falls nötig
  4. Regionale Catering-Optionen

11.2 Anwohner/Lärm

  1. Einlass- und Auslassmanagement (keine „Trauben“ vor der Location)
  2. Security draußen, leise Abstromkommunikation
  3. Lärmpegel außerhalb überwachen (falls relevant)

12. Budgetrahmen (grobe Orientierung für 2.000 indoor)

Stark abhängig von Stadt, Wochentag, Headliner-Rider, LED-Wall-Größe, Rigging-Komplexität, Locationdeal.

12.1 Hauptblöcke

  1. Künstlergage(n) + Hospitality + Travel/Hotel
  2. Location-Miete + Nebenkosten
  3. Technik (Audio/Licht/Video/Bühne/Rigging/Strom)
  4. Personal (Technikcrew, Security, Sanität, Kasse)
  5. Marketing/PR/Content
  6. GEMA, Versicherungen, Genehmigungen
  7. Catering/Bar-Handling (je nach Umsatzbeteiligung)
  8. Reserven (mind. 5–10 %)

12.2 Grobe Range (nur als Richtwert)

  • Technikpaket solide: mittlerer fünfstelliger Bereich
  • Mit großer LED, IMAG, aufwendigem Licht: deutlich höher
  • Security/Sanität je nach Auflage: niedriger bis mittlerer fünfstelliger Bereich

13. Qualitätschecklisten (kompakt)

13.1 Vor Doors

  1. Fluchtwege frei, Beschilderung sichtbar
  2. Funkcheck aller Gewerke
  3. Sound-Einmessung abgeschlossen, Limitierungen gesetzt
  4. Licht-/Video-Showfiles geladen, Backup vorhanden
  5. Medical & Security Briefing durchgeführt
  6. Bars/Wasserstellen aktiv, Preise ausgehängt
  7. Barrierefreie Bereiche geprüft
  8. Notfallansagen & Verantwortliche bekannt

13.2 Nach Show

  1. Geordneter Abstrom, Außenbereich betreut
  2. Lost & Found Prozess
  3. Incident-Report (medizinisch/sicherheitstechnisch)
  4. Load-out Plan (LKW-Reihenfolge, Nachtruhe)

1.) Die folgenden Pläne sind ein ausgereiftes Muster für ein Indoor-Konzert mit ca. 2.000 Gästen (stehend), Support + Headliner, moderates bis erhöhtes Crowd-Risiko.
2.) Exakte Personalstärken und Evakuierungsdetails müssen an Location-Layout, Fluchtwege, behördliche Auflagen, Genre/Publikum, Alkoholkonzept und Versammlungsstättenverordnung angepasst werden.
3.) Ich plane mit Showzeiten: Doors 18:00Support 19:30–20:10Changeover 20:10–20:40Headliner 20:40–22:20Ende 22:20, Curfew 22:30–23:00.

 

1. Personal-Dispo (Schichten) – 2.000 Gäste Indoor

1.1 Annahmen zur Schichtlogik

1.) Aufbau/Load-in startet morgens (z. B. 08:00).
2.) Gästephase von ca. 17:00 (Ready/Briefing) bis 23:30 (Abstrom).
3.) Abbau/Load-out bis ca. 01:30–02:00 (oder nach Locationregelung).
4.) Kritische Positionen sind doppelt abgesichert: Security-Führung, Medical, FOH/Monitor, Stage Management.


1.2 Produktions-/Technikdispo (Crew)

Richtwerte, je nach Umfang (LED/IMAG, Riggingkomplexität, Backline).

1.) Veranstaltungsleitung

  1. Eventleiter/in (EL) – 1 Pers. – 12:00–23:30
    • Verantwortung Gesamtbetrieb, Behördenkontakt, Go/No-Go.
      2.) Produktion
  2. Produktionsleiter/in (PL) – 1 Pers. – 08:00–01:00
  3. Stage Manager (SM) – 1 Pers. – 10:00–23:30
  4. Stagehand Lead – 1 Pers. – 08:00–01:00
  5. Runner – 2 Pers. – 12:00–23:30 (versetzt 12:00–21:00 / 14:00–23:30)
    3.) Rigging / Bühne
  6. Head Rigger – 1 Pers. – 08:00–16:00 (bei Bedarf 08:00–20:00)
  7. Rigger – 2–4 Pers. – 08:00–16:00
  8. Bühnenbau (Stagehands) – 6–10 Pers. – 08:00–14:00 + 22:30–01:30
    4.) Audio
  9. System Tech (PA) – 1 Pers. – 09:00–23:00
  10. FOH Engineer – 1 Pers. – 13:00–23:00
  11. Monitor Engineer – 1 Pers. – 11:00–23:00
  12. RF Tech (Funk/IEM) – 1 Pers. – 12:00–22:30 (optional, sehr empfohlen)
    5.) Licht
  13. Licht-Operator/LD – 1 Pers. – 12:00–23:00
  14. Licht-Tech – 1–2 Pers. – 09:00–17:00 + 22:30–01:30
    6.) Video / IMAG
  15. Video Director / Bildmischer – 1 Pers. – 12:00–23:00
  16. Playback/Medienserver-Op – 1 Pers. – 12:00–23:00 (kann bei kleinem Setup mit Bildmischer kombiniert werden)
  17. Kamera-Operatoren – 2–4 Pers. – 17:30–22:45
  18. Video-Tech (LED/Signal) – 1 Pers. – 09:00–17:00 + 22:30–01:30
    7.) IT/Netzwerk (optional bei NDI/Streaming/Cashless)
  19. Netzwerk-Tech – 1 Pers. – 12:00–23:00

1.3 Front-of-House / Gästeservice

1.) Einlass/Ticketing

  1. Kassen-/Ticketing-Lead – 1 Pers. – 16:00–20:00
  2. Scanner/Einlasskräfte – 6–10 Pers. – 17:00–20:30
    2.) Garderobe
  3. Garderoben-Lead – 1 Pers. – 17:00–23:30
  4. Garderobenkräfte – 6–12 Pers. – 17:00–23:30
    3.) Merch
  5. Merch-Lead – 1 Pers. – 17:00–23:30
  6. Merch-Crew – 3–6 Pers. – 17:00–23:30
    4.) Bar/Catering Publikum
  7. Bar-Lead – 1 Pers. – 16:00–00:00
  8. Barpersonal – abhängig vom Konzept (meist 12–30 Pers.) – 16:30–00:00

1.4 Security-Dispo (Schichten)

Ohne Location-Detail kann ich nur mit Richtwerten planen. Für 2.000 indoor (Stehkonzert) hat sich oft eine zweistufige Besetzung bewährt: Foyer/Einlass + Saal/Pit + Außen/Abstrom.

Schicht A (Setup/Pre-Doors)
1.) Security-Einsatzleiter (SEL) – 1 Pers. – 14:00–00:30
2.) Backstage-Security – 2 Pers. – 14:00–00:30
3.) Außenposten/Loading Dock – 2 Pers. – 14:00–00:30

Schicht B (Doors bis Ende Abstrom)
1.) Einlass/Taschenkontrolle – 10–16 Pers. – 17:00–20:30
2.) Saal-Stewards (Floor) – 10–16 Pers. – 17:30–23:30
3.) Front-of-Stage/Pit-Crew – 8–14 Pers. – 18:30–22:30
4.) Roving/Intervention Team – 2–4 Pers. – 18:00–23:30
5.) VIP/Side/BOH-Zugänge (falls vorhanden) – 2–4 Pers. – 17:30–23:00
6.) Abstrom/Außenbereich – 6–10 Pers. – 22:00–00:30

Hinweis zur Dimensionierung
1.) Bei ruhigem Publikum/Bestuhlung kann reduziert werden.
2.) Bei Rock/Metal/HipHop, Alkohol, Moshpit, sehr dichtem Raum oder wenigen Fluchtwegen muss deutlich erhöht werden.


1.5 Sanitätsdienst / Brandschutz

1.) Sanitätsdienst

  1. Sanitätsleitung – 1 Pers. – 17:00–23:30
  2. Sanitäter/Teams – 6–10 Pers. – 17:00–23:30
  3. RTW/NEF – nach Auflage/Risikoprofil (häufig empfohlen bei 2.000 Stehplätzen)
    2.) Brandschutz
  4. Brandsicherheitswache – nach Auflage – 17:00–22:30 (oft länger bis Abstrom)
  5. Feuerlöscher/Brandposten – gemäß Locationkonzept

1.6 Schicht- und Briefingplan (operativ)

1.) 14:30 Production Briefing: EL, PL, SM, FOH, Monitor, LD, Video, SEL, Medical, Location Duty Manager
2.) 16:30 Security Briefing: Hausordnung, Einlassregeln, Deeskalation, Funk, Notfallcodes, Evakuierung
3.) 17:00 FOH/Stage „Doors Ready“-Check: Fluchtwege, Absperrungen, Bar/Wasser, Beschilderung, Licht/Audio-Status
4.) 22:20 Endshow-Prozess: Abstrom, Außenposts hochfahren, Merch-Abwicklung, Lost&Found


2. Sicherheits- und Evakuierungsablauf (rollenbasiert)

2.1 Rollen & Verantwortlichkeiten (Kern)

1.) Eventleiter/in (EL)

  1. Entscheidet final über Show-StoppRäumungEvakuierung (sofern nicht unmittelbar lebensbedrohlich, dann sofortige Räumung durch ersthandelnde Verantwortliche).
  2. Schnittstelle zu Behörden/Feuerwehr/Polizei.
    2.) Sicherheits-Einsatzleiter/in (SEL)
  3. Führt alle Securitykräfte, setzt Sperrungen/Wegeleitung um.
  4. Meldet Lage an EL, fordert Verstärkung nach.
    3.) Produktionsleiter/in (PL)
  5. Koordiniert technische Gewerke, Load-in/Load-out, unterstützt bei Räumung (z. B. Hallenlicht, Ansagen).
    4.) Stage Manager (SM)
  6. Verantwortlich für Bühne/Backstage, Artist-Sicherheit, Stagehands.
  7. Veranlasst bei Bedarf Artist-Abgang, Stage-Clear.
    5.) FOH Audio (FOH)
  8. Spielt Notfallansagen/PA-Durchsagen, priorisiert Sprachverständlichkeit.
    6.) Licht-Operator (LD)
  9. Schaltet auf Evakuierungslicht / „Full White“, Arbeitslicht, Weglicht.
    7.) Video-Regie (VID)
  10. Stoppt Content, zeigt Evakuierungs-/Hinweisgrafiken (wenn vorbereitet).
    8.) Sanitätsleitung (MED)
  11. Triagiert, koordiniert Versorgung, fordert ggf. Rettungsmittel nach.
    9.) Brandsicherheitswache (BSW) / Location Duty Manager (LDM)
  12. Verantwortlich für brandschutztechnische Abläufe, Brandmelde-/Haustechnik, Schließungen, Sammelplätze.

2.2 Funk-/Kommunikationsstruktur (empfohlen)

1.) Kanal 1 Produktion: EL, PL, SM, FOH, LD, VID, LDM
2.) Kanal 2 Security: SEL + alle Security-Teams
3.) Kanal 3 Medical: MED + Sanität
4.) Kanal 4 Backstage: SM + Backstage-Security + Runner
5.) Notfall-Bridge: EL/SEL/MED/LDM (bei kritischen Lagen alle auf gemeinsamen Kanal)

Funkregeln
1.) Kurze Meldungen, Standort + Lage + Bedarf.
2.) Keine Diskussionen auf Funk, Entscheidungen über EL/SEL.
3.) Definierte Codewörter (z. B. „Medical Alpha Front Left“).


2.3 Eskalationsstufen (Standard)

1.) Stufe 0 – Normalbetrieb
2.) Stufe 1 – Auffälligkeit/Incident lokal (klein, kontrollierbar)
3.) Stufe 2 – Teilräumung / Show-Pause (Bereich sperren, Publikum umleiten)
4.) Stufe 3 – Räumung gesamt (geordnet, über alle Ausgänge)
5.) Stufe 4 – Evakuierung extern (Gefahr außen/Umfeld, Sammelpunkte)


2.4 Show-Stopp & Räumung: Ablauf in 10 Schritten

1.) Erstmeldung (jede/r): Security/Medical/Staff meldet an SEL oder EL (je nach Lage).
2.) Lagebewertung: SEL + EL + LDM + MED (wenn medizinisch) entscheiden Stufe.
3.) Show Stop vorbereiten: SM informiert Artist/Backstage.
4.) Audio priorisieren: FOH schaltet Musik aus, Mikro bereit, Notfallfile standby.
5.) Licht auf Evakuierung: LD aktiviert Arbeits-/Hauslicht, Effektlicht aus.
6.) Video auf Hinweis: VID zeigt „Bitte verlassen Sie ruhig…“-Grafik (wenn vorhanden).
7.) Ansage: EL oder FOH spricht klar, langsam, wiederholt.
8.) Security lenkt Ströme: SEL setzt Posten an Ausgänge, verhindert Gegenverkehr, öffnet zusätzliche Türen nach Freigabe LDM.
9.) Medical Positionierung: MED priorisiert Front-of-Stage, Engstellen, Foyer.
10.) Sammelpunkte & Re-Entry: LDM/EL definieren Sammelpunkte; kein Wiedereinlass bis Freigabe.


2.5 Muster-Ansagen (bereit halten)

1.) Show Pause (ohne Räumung):

  1. „Bitte bleiben Sie ruhig. Wir unterbrechen kurz. Bitte halten Sie die Wege frei und folgen Sie den Anweisungen unseres Personals.“
    2.) Räumung:
  2. „Bitte verlassen Sie jetzt ruhig und zügig die Halle über die gekennzeichneten Ausgänge. Nehmen Sie Rücksicht. Nicht rennen. Folgen Sie dem Sicherheitspersonal.“
    3.) Medizinischer Hinweis (lokal):
  3. „Bitte machen Sie im Bereich vorne links Platz für den Sanitätsdienst. Danke.“

2.6 Spezifische Hotspots & Maßnahmen (2.000 Stehplätze)

1.) Front-of-Stage (Druck/Hitze)

  1. Wellenbrecher + Pit-Crew, Wasser, Entnahmepunkt.
    2.) Engstellen (Bars/WC/Garderobe)
  2. Absperrmanagement, Einbahn-Flow, zusätzliche Posten in Peakzeiten.
    3.) Foyer (Einlassspitzen)
  3. Taschenkontrolle getrennt von Scan, klare Queue-Lanes.
    4.) Backstage/Loading
  4. Zutrittskontrolle strikt (Bändchen), separate Wege für Crew/Artist.

3. Minutengenauer Showday-Run inkl. Changeover-Plan

3.1 Run of Day (Beispiel, sehr praxisnah)

Zeiten bitte an Curfew, Anlieferfenster und Soundcheck-Verfügbarkeit anpassen.

1.) 08:00 Load-in Start (PL, Stagehands, Rigging, Venue)
2.) 08:15 Riggingpunkte prüfen / Motoren setzen (Head Rigger)
3.) 09:00 Bühne stellen, Podeste, Treppen, Backdrop-Struktur (Stagehands/SM)
4.) 09:30 Stromverteilung Main-Distro, Sub-Distros (Elektro/PL)
5.) 10:00 PA fliegen/stellen + Sub-Setup (System Tech)
6.) 10:30 FOH-Platz bauen (Audio/Licht/Video)
7.) 11:00 Monitor-Welt aufbauen, Patch vorbereiten (Monitor Eng + Stagehands)
8.) 11:30 Lichttraversen/Fixtures finalisieren, Fokus grob (LD + Licht-Tech)
9.) 12:00 LED/Projektionsaufbau, Kamerawege planen (Video-Team)
10.) 12:30 Line-Check Infrastruktur (alle Gewerke)
11.) 13:00 Mittag / Rolling Breaks (damit immer Kernteam da ist)
12.) 13:30 Audio System Tuning / Einmessung (System Tech + FOH)
13.) 14:00 Lichtprogrammierung Grundlooks / Presets (LD)
14.) 14:30 Video: LED-Prozessor, Testcontent, IMAG-Check (VID)
15.) 15:00 Backline Load-in / Aufbau (SM + Backline Techs)
16.) 15:30 Patch komplett: Inputs, IEM/RF Scan, Frequenzkoordination (Monitor + RF Tech)
17.) 16:15 Line-Check Band-Inputs (ohne Artist) (FOH/Monitor)
18.) 16:45 Soundcheck Support (wenn vor Ort) (SM führt)
19.) 17:15 Soundcheck Headliner (wenn vor Ort)
20.) 17:45 Venue „Doors Ready“-Check (EL/SEL/LDM Walkthrough)
21.) 18:00 Doors Open (Einlass startet)
22.) 18:00–19:20 Warm-up Playlist / DJ (optional), Monitoring Crowd (SEL/MED)
23.) 19:20 „10 Minuten“-Call Support (SM)
24.) 19:30 Support on Stage
25.) 20:10 Support off Stage – Changeover Start
26.) 20:35 „5 Minuten“-Call Headliner (SM)
27.) 20:40 Headliner on Stage
28.) 22:20 Show Ende (geplantes Ende)
29.) 22:20–23:30 Abstrom + Merch Peak + Außenbereich betreuen (SEL)
30.) 22:30 Load-out Start Technik (nach Freigabe, abhängig vom Abstrom)
31.) 01:30 Load-out Ende / Übergabe an Venue (PL/EL)


3.2 Changeover-Plan (20–30 Minuten) – Schritt-für-Schritt

Ziel: Umbau ohne Chaos, mit klaren Zonen und Verantwortlichen.

Vorbereitung (vor Showbeginn)
1.) Doppeltes Patch-Konzept: Support und Headliner möglichst auf eigenen Looms / Stagebox-Inputs vorbereitet.
2.) Markierte Stellflächen: Drumriser, Amps, Keys, Playback-Racks mit Tape.
3.) Snapshots auf FOH/Monitor: SUPPORT / HEADLINER.

Changeover (Beispiel 20:10–20:40)
1.) 20:10–20:12 (2 Min.) – Stage Clear

  1. SM: Support „off“, Stagehands betreten erst nach „Clear“.
  2. FOH: Pausenmusik auf, Talkback bereit.
    2.) 20:12–20:18 (6 Min.) – Abbau Support Backline
  3. Stagehands: Gitarrenamps, Keys, Drum-Hardware runter.
  4. Monitor Eng: Wedges/IEM Packs einsammeln (Support), Kabel sauber.
    3.) 20:18–20:28 (10 Min.) – Aufbau Headliner Backline
  5. Drumriser rein/positionieren, Drums drauf, Mic-Stand-Basics.
  6. Amps/Keys/Playback-Rack an markierte Punkte.
  7. RF Tech: IEM Packs ausgeben, Funk check.
    4.) 20:28–20:35 (7 Min.) – Patch/Line-Check „Quick“
  8. Monitor Eng: HEADLINER Snapshot, prüft kritische Kanäle (Vocal, Kick, Snare, Playback L/R, Talkback).
  9. FOH: Gain-Check, Playback-Check, Vocal-Check 10–20 Sekunden.
  10. LD/VID: Look/Intro bereit, Timecode wenn genutzt.
    5.) 20:35–20:40 (5 Min.) – Final Calls
  11. SM: „5 Min“, dann „1 Min“, Stage Clear.
  12. Security Pit: Positionen final, Wasser bereit.
  13. Headliner Intro: Licht/Video/Audio Go.

Notfall-Puffer
1.) Plane intern +5 Minuten Puffer ein (Showkommunikation kann trotzdem 20 Min. ankündigen).


4. Detail-Stageplot & Signalfluss (Audio/Video/Licht)

4.1 Stageplot (schematisch, 14 m x 10 m Bühne)

Beispiel für typische Band: Drums, Bass, 2x Gitarre, Keys, 3x Vocals + Playback.

PUBLIKUM
┌──────────────────────────────────────────────────────────┐
│ [PA L]                                          [PA R]   │
│                                                          │
│   Vox L (Ch 1)     Vox Lead (Ch 2)     Vox R (Ch 3)       │
│      Mic               Mic                Mic             │
│    GTR L             (Center)           GTR R              │
│  Amp+Mic (Ch 10)                        Amp+Mic (Ch 11)   │
│                                                          │
│  Keys L/R (Ch 20/21)         Bass DI+Mic (Ch 12/13)       │
│  Stand + DI box             Amp + DI                      │
│                                                          │
│                Drum Riser (3m x 2.5m)                     │
│          OH L (6)   TOMs (7-9)   OH R (5)                 │
│                 SN (4)    HH (14 optional)                │
│                 KICK In/Out (15/16)                       │
│                                                          │
│  Stage L Wing (Tech)                    Stage R Wing      │
│  Playback Rack (22/23)                  Spare Vocal RF     │
└──────────────────────────────────────────────────────────┘

FOH mittig im Saal (Audio + Licht + Video)
Pit/Wellenbrecher vor Bühne mit Front-of-Stage Security
Copy

Bühnenzonen
1.) Stage Left Wing: Playback-Rack, Gitarren-Tech, Funk-Receivers (je nach HF-Lage)
2.) Stage Right Wing: Bass-Tech, Spare RF/IEM, Werkzeug/Consumables
3.) Upstage Center: Drumriser, ggf. Sideriser (Keys/Bass) nach Bandwunsch


4.2 Audio – Inputliste (Beispiel 32ch, erweiterbar)

Du kannst das 1:1 als Advance-Grundlage nutzen und dann an Rider anpassen.

1.) Vocals

  1. Ch 01 – Vox L
  2. Ch 02 – Vox Lead
  3. Ch 03 – Vox R
  4. Ch 04 – Talkback SM (optional, nur Monitore)
    2.) Drums
  5. Ch 05 – OH R
  6. Ch 06 – OH L
  7. Ch 07 – Tom 1
  8. Ch 08 – Tom 2
  9. Ch 09 – Floor Tom
  10. Ch 10 – Snare Top
  11. Ch 11 – Snare Bottom
  12. Ch 12 – Kick In
  13. Ch 13 – Kick Out
  14. Ch 14 – HiHat (optional)
    3.) Bass
  15. Ch 15 – Bass DI
  16. Ch 16 – Bass Amp Mic (optional)
    4.) Guitars
  17. Ch 17 – GTR L Mic
  18. Ch 18 – GTR R Mic
    5.) Keys / Playback
  19. Ch 19 – Keys L
  20. Ch 20 – Keys R
  21. Ch 21 – Playback L
  22. Ch 22 – Playback R
  23. Ch 23 – Click (nur IEM, nicht FOH)
  24. Ch 24 – Timecode (optional, LTC an Licht/Video)
    6.) Ambience (für IEM/Recording, optional)
  25. Ch 25/26 – Audience L/R

4.3 Audio – Monitor-/IEM-Konzept (praxisbewährt)

1.) Monitor-Konsole seitlich Bühne, eigene Stagebox.
2.) IEM-Mixe (Beispiel)

  1. Mix 1: Lead Vox
  2. Mix 2: GTR L
  3. Mix 3: GTR R
  4. Mix 4: Bass
  5. Mix 5: Keys/Playback
  6. Mix 6: Drummer (inkl. Click)
    3.) Wedges als Backup (2–4 Stück), plus Drumfill optional.
    4.) RF Management
  7. Frequenzscan vor Doors.
  8. Reservefrequenzen + Ersatzbatterien + Spare IEM-Pack.

4.4 Audio – Signalfluss (FOH/Monitor/PA)

Mics/DI  →  Stagebox (digital)  →  Split
                         ├→ Monitor Console → IEM Tx / Wedges / Drumfill
                         └→ FOH Console     → System Processor/DSP
                                             → Amps (falls nötig)
                                             → Main PA L/R + Subs + FF + Delays
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Wichtige Punkte
1.) Cardioid-Subs (wenn möglich) zur Reduktion des Basspegels auf Bühne.
2.) Notfallansage: eigenes Mikro + vorbereitete Files (spracheverständlich, limiter-sicher).
3.) PA-Delays bei Hallentiefe > ca. 35–40 m einplanen.


4.5 Video/IMAG – Setup & Signalfluss

Komponenten (Beispiel)
1.) 2–4 Kameras:

  1. Cam 1: FOH long shot
  2. Cam 2: Side-stage handheld/gimbal
  3. Cam 3: Stativ seitlich (close-ups)
  4. Cam 4: optional Publikum/Crane
    2.) Bildmischer + Multiview
    3.) Playback/Medienserver für Intro/Intermission/Branding
    4.) LED-Prozessor(e) für LED-Wall / Side-Screens
    5.) Recording (optional) + Stream Encoder (optional)

Signalfluss

Cameras (SDI) → Video Switcher → LED Processor(s) → LED Wall / Side Screens
                           └→ Recorder / Stream Encoder (optional)

Playback/Media Server → Video Switcher (als Quelle) → (wie oben)
Timecode (LTC) → Lichtkonsole / Medienserver (optional für Sync)
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Best Practices
1.) Latenz prüfen (IMAG darf sich nicht „schwammig“ anfühlen).
2.) Einfache Evakuierungsgrafiken vorbereiten (Deutsch/Englisch je nach Publikum).
3.) Kamerapositionen so planen, dass Fluchtwege frei bleiben.


4.6 Licht – Setup & Signalfluss

Lichtgruppen (Beispiel)
1.) Front: LED-Profile/Fresnel (flickerfrei für Kamera)
2.) Back/Top: Moving Heads Wash/Spot
3.) Beams/Strobes/Blinder (mit Strobe-Policy)
4.) Pixelbars/LED-Bars für Looks
5.) Haze (nur nach Freigabe Brandschutz/Location)

Signalfluss

Lighting Console → (Art-Net/sACN) → Network Switch → DMX Nodes → Fixtures
(optional) Timecode LTC → Lighting Console (für Show-Sync)
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Show-Betrieb
1.) Blackout-Regel: Nie komplett dunkel ohne Sicherheits-/Weglicht.
2.) Evac Look: Full White + House Lights + Effekt aus (als Makro/Szene vorbereitet).


4.7 Strom & Trennung (sehr empfohlen)

1.) Audio auf separaten, sauberen Stromkreisen (Brummen vermeiden).
2.) Licht/Video getrennt von Audio, eigene Absicherungen.
3.) USV für FOH-Regie (Audio/Licht/Video-Controller) empfehlenswert.
4.) Kabelwege mit Kabelbrücken, keine offenen Stolperstellen.